Wie ein Besucher ein ganzes Dorf von Schulden befreite

Diese Geschichte flog mir von einem befreundeten französischen Arzt zu. Ich fand es lohnenswert, sie ins Deutsche zu übertragen.

In einem winzigen Dorf irgendwo auf dieser Welt lebten die Menschen vom Tourismus. Doch durch die Wirtschaftskrise kamen keine Touristen mehr ins Dorf. Also borgte jeder von jedem um zu überleben. So vergingen Tage, Wochen, Monate – mehr schlecht als recht.
Eines Tages erschien endlich ein Tourist, der im Dorfhotel ein Zimmer buchte. Wie sich da der Hotelbesitzer freute!
Der Tourist bezahlte sein Zimmer im Voraus mit einem Hundert-Euro-Schein. Kaum war der Reisende auf sein Zimmer gegangen, lief der Hotelbesitzer mit dem Schein zum Fleischer gegenüber, dem er just hundert Euro schuldete. Gleich brachte der Fleischer den Schein zum Bauern ein paar Häuser weiter, der ihn gewöhnlich mit Fleisch beliefert.
Der Bauer rannte zum Straßenmädchen, der er eben noch diese Summe schuldete.
Alsbald beeilte sich die Dame, beim Hotelbesitzer ihre Schulden zu begleichen, denn einige Male hatte sie für eine Stunde ein Zimmer gemietet.
Sie hatte gerade den Hundert-Euro-Schein auf den Tisch gelegt, als der Reisende an die Rezeption kam, um dem Hotelbesitzer mitzuteilen, dass er gerade einen Anruf von seinem Chef bekommen habe und sofort wieder abreisen müsse. Er nahm seinen Hundert-Euro-Schein und verschwand.

Kurzum, in dieser Geschichte hat offensichtlich niemand etwas ausgegeben und niemand etwas verdient. Und doch hat keiner mehr Schulden in diesem kleinen Dorf.

Vielleicht ließe sich auf diese Art die Wirtschaftskrise lösen?

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