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Schmutzige Fundstücke

Manchmal ist es wirklich erstaunlich, auf welche Art jemand auf meinem Blog landet – zumindest kann ich das so vermuten. Die Spur führt über den Aufruf von “Sperrmülltermin” zu einem Portal namens verschmutzungen.com, in dem ich nicht durchblicke. Aber das ist ja vielleicht auch der Sinn von Verschmutzungen. Sonst wäre es ja: “Sauber oder “Versäuberungen” (huch). Vielleicht hat dem Leser der Sperrmüllartikel ja weiter geholfen, falls nicht, tut es vielleicht der Herr Enzensberger?

Aber da ich gerade beim Thema bin: am Sonntag war zu einem Geburtstagsbrunch eingeladen. Nein, es war keine schmutzige Party, ganz und gar nicht. Obwohl alle die Straßenschuhe anbehalten durften (und den Rest natürlich auch), blieb alles sauber. Ich wusste vorher nicht, dass das Thema “Staubsauger” derart die Bauchmuskeln fördern kann… Zum einen, weil S. einen bühnenreifen Auftritt hinlegte, als sie demonstrierte und erklärte, wie sie gewöhnlich mit ihrem liebsten Haushaltsgerät kommuniziert, zum anderen weil sie es nicht nur zur Schmutzbeseitigung nutzt, sondern ebenso als Partner für ihre Bauchtanzübungen. Selbstverständlich probierten wir sogleich die Schrittfolge aus – das sorgte für manchen Lacher. Sogar dem Lachen sagt man manchmal etwas Schmutziges nach. Was ich in diesem Fall nicht verstehe. Kann man über ein so sauberes Thema schmutzig lachen?

Über den Schmutz

“Sauber ist schön und gut. Sauber ist hell brav lieb. Sauber ist oben und hier. Schmutzig ist hässlich und anderswo. Sauber ist doch das Wahre, schmutzig ist unten und übel, schmutzig hat keinen Zweck. Sauber hat recht. Schmutzig ist demgegenüber, sauber ist da denn doch, schmutzig ist wie soll man sagen, schmutzig ist irgendwie unklar, schmutzig ist alles in allem, sauber ist wenigstens noch, aber schmutzig das ist also wirklich.”

Christian Enzensberger, Größerer Versuch über den Schmutz, 1968