… das Wort, das Konzept, Ideen darüber, Vorstellungen – all das ist mir so oft begegnet in den letzten Wochen: Ein Bekannter will auf keinen Fall auf Fotos lächeln, will nicht, dass seine Models lächeln, und sagte sogar, dass er Fotos mit lächelnden Menschen hasst. Wegen der Konvention, weil auf Fotos eben gelächelt werden muss. Aus irgendeinem französischen Film, ich weiß nicht mehr welchem, sagt jemand etwas wie “Wir sind doch hier nicht in Disneyland” als er aufgefordert wird zu lächeln. Denken wir nur einmal an all die klebrigen honigsüßen Powerpoint-Präsentationen mit den Schetterlingen und Tränendrüsenkätzchen, die durchs Netz geistern und vielen Menschen einfach nur noch auf den Geist gehen, am besten noch mit André Rieu und Hansi Hinterseer im Hintergrund. Oder so. Puhhhh! (in diesem Zusammenhang fällt mir auch Mrs. Bloxams reine und wertvolle Umarbeitung des Märchens vom Zauberer und dem hüpfenden Topf, ein, die Albus Dumbledore in seinen Anmerkungen kommentierte. Sie löste offenbar bei Generationen von Zaubererkindern unkontrolliertes Würgen aus. Dennoch: In einem meiner Lieblingsbücher, Eat, Pray, Love von Elizabeth Gilbert, lehrt ein alter balinesischer Medizinmann die Autorin eine Meditation, bei der sie einfach nur stillsitzen und lächeln soll, bis ihre Leber lächelt. Das mache gesund und stark, sagt er. Schon klar: positives Denken, positive Gefühle. Ja, ich verstehe. Seufze einmal tief. Es geht ja auch um etwas Echtes. Ich selbst habe lange Jahre gebraucht, um das gelernte, antrainierte, soziale Lächeln in die Notschublade zu verfrachten und wenn es irgend geht, nur noch das echte, wirkliche rauszulassen. Und ich bin gut darin geworden. Doch in manchen Momenten will ich das einfach nicht hören. Und zwar dann, wenn mir wie heute Lachen und Lächeln gründlich vergangen ist. Mein Bekannter von oben würde sich heute die Finger nach einem Foto von mir lecken. Selten habe ich mich so ausgebrannt, mutlos, hilflos, abgetrennt und aus der Balance geworfen gefühlt, gerade als ob eine Lampe nach der anderen ausgeht. Und ausgerechnet am Ende so eines Tages bekomme ich eine sms von einer lieben Freundin von weit her und lese einen Newsletter von Ulrike Bergmann, der Mutmacherin, die darin zum Beispiel einen Kurzfilm über Wertschätzung anteast. Puhhh, denke ich, und wische die paar Tränen der letzten Schluchzer ab, jetzt auch noch die Nummer, nein, bitte nicht auch noch das. Der Titel, Validation, erinnert mich an nichts Gutes. Aber neugierig bin ich doch (so schlimm ist es also nicht, dass mir ALLES egal wäre) und klicke den Link. Es geht, tatatataaaaaa! um L ä c h e l n (!!!) Aahhhrrrrgggh! Dennoch kann ich mich der Geschichte nicht entziehen. Zuerst kullern ein paar Rest-Tränen, und dann, liebe Leserin, lieber Leser… aber sehen Sie selbst. Ich verlasse für heute diesen Blog und kümmere mich um meine Leber. Sie hat plötzlich angefangen zu lächeln.
Danke heute an Ulrike Bergmann, Hugh Newman, Joanne K. Rowling, Elizabeth Gilbert, Andrea.
