Hier mein Beitrag zur Mutmacher-Advents-Blogparade von Heide Liebmann. Wenn ich selbst glaube, dass es jetzt gerade heikel, schwierig, unüberwindlich, dramatisch oder katastrophal läuft, dann habe ich sicherlich Recht. Doch die Frage ist weniger, ob ich Recht habe, sondern eher danach, wie es durch die Krise hindurch und wieder raus geht (daran vorbei führt kaum mal ein Weg, so meine Erfahrung). Und herauszufinden, wie man da raus kommt, das ist ja offenbar auch der Sinn der Blogparade… Ideen einfach mal an uns heran lassen, wie es anders gehen könnte als nur mit Panikmache, ohne gleich zu befürchten, dass da jemand ein Wunderrezept verkaufen will und dafür die Seele der Leser verlangt. Will sagen: Ich habe kein Patent, kein Geheimrezept, keine Wunderwaffe. Aber Möglichkeiten für mich gefunden.
Wenn es schwierig wird, bin ich ganz ganz schlecht als einsamer Held. Dann brauche ich Unterstützung: Freunde. In direkt oder am Telefon. Mein Mutmachnetzwerk. Meinen Coach. Meinen Liebsten. Eine Umarmung. Meine liebsten Bücher. Manchmal auch meine Eltern. Aber vor allem mich selbst und meine Fragen. Die Erinnerung an die letzten dicken fetten Krisen. Was hat geholfen? Wie kam ich da raus? (Es gab schon einige von diesen dicken, fetten, existenziellen – und immer gab es einen Weg raus). Was hab ich selbst gemacht oder nicht gemacht, und damit den Weg raus beschleunigt oder verzögert? Wer war mir eine Hilfe? Wer nun wirklich gar nicht? Wer hat schon mal so etwas überstanden? Wie hat er das erlebt? Könnte der / die mir helfen? Wie habe ich das zum letzten Mal erlebt? Was ist das, was immer bleibt? Was habe bzw. bin ich immer, so lange ich lebe, und wenn ich alles verlieren würde, was ich habe? Wer wäre ich, was wäre ich, wenn ich nichts weiter hätte als meine Klamotten, die ich trage? Wenn ich wie meine Großeltern aus meinem Haus vertrieben würde? Wen könnt ich anrufen? Wer würde mich nicht auslachen mit all meinen fürchterlichen Befürchtungen? Wem kann ich erzählen, was für eine fürchterliche Angst ich habe (und diese Angst sofort nach dem Erzählen ihre Wucht verliert)? Was genau habe ich gemacht? Und wie ist es ausgegangen? Wann genau hat die Krise aufgehört, Krise zu sein? In den nächsten Tagen kommt sicher ein kleines Beispiel hinzu. Für heute soll dies aber reichen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis niemanden, der noch keine Krisen bewältigt und bewerkstelligt hätte. Wir haben alle Ressourcen, um damit umzugehen und auch durch die nächste Krise zu surfen. Wir müssen die Ressourcen nur herausfinden. Und dafür gibt es Menschen, die unterstützen können, falls wir es selbst nicht mehr hinbekommen.
