Hagebuttensenf

Beiträge vom Februar 2009

Entscheidung

27 Februar 2009 · Kommentar schreiben

Diesen Text hat mir ein lieber Freund in Form von einem Link geschickt, und zwar diesem hier. Er gefällt mir ausnehmend gut und deshalb soll er auch einen Platz hier finden. Viel Spaß!

Entscheidung

Ich liebe den Moment nach der Entscheidung,
nach dem Wählen eines Weges,
wenn es kein Zurück mehr gibt,
und alle Energien in eine Richtung fließen.

Dieser Moment der Freiheit,
der noch im Schatten der Angst steht,
dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe,
dieser Moment beansprucht alle Kraft,
damit Raum entsteht,
in dem Leben sich ausdehnen kann.

Diese konzentrierte Einseitigkeit,
dieses Vertrauen mit dem ganzen Wesen,
dieser Glauben, dass ich beteiligt bin
an den Entschlüssen, die Leben fördern,
dieses Lebendigsein,
liebe ich.

Autor unbekannt

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Die ganze Wahrheit

26 Februar 2009 · Kommentar schreiben

Hier zwei Fundstücke von einer, die seit vielen Jahren ohne Fernseher lebt und so die wichtigsten Dinge des Lebens verpasst.  Internet und die Fundstücke sind einfach wunderbar.

Lieber Gott, schenke doch
allen Eiferern ein Loch
lass sie reinfalln und mach zu
dann hätte diese Erde Ruh’

frei nach Otto

Viel Spaß :-)

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Wortpatenschaft

22 Februar 2009 · Kommentar schreiben

In Heide Liebmanns Blog bin ich auf die Website www.wortpatenschaft.de aufmerksam geworden. Weil ich ja auch so eine Liebhaberin von Wörtern, Sprache(n), Sprachspielen bin, habe ich mir die Seite angesehen und war begeistert. Eine Pate sorgt für ein Wort, und alle Paten für die Sprache. Eine wirklich schöne Idee.  Und das alles für einmalige 10 Euro. Ich habe nachgefragt beim Betreiber der Seite, und erfuhr etwas über das Musikprojekt, für das unter anderem das Geld angelegt wird (eine musikalische Reise durch die Geschichte, klingt spannend…) Aber ich las auch etwas über die Motivation von Menschen, eine Wortpatenschaft zu übernehmen.
Mehrere Kandidaten stellten sich bei mir vor und sie haben eine Weile lang miteinander gerungen. Alles Wörter, die ich gerne mochte, Freund-Wörter eben. Aber dann kam MEIN Wort. Veni, vedi, vici. Facette. Es war unschlagbar. Bei Wikipedia zum Beispiel kann man sehen, was für verschiedene Bedeutungen dieses Wort hat, das aus dem Französischen stammt (wie so viele schöne Wörter und Dinge), und trotzdem inzwischen ein deutsches Wort geworden ist. Es dient im Alltag, in der Mathematik, in der Philosophie,  in der Informatik und nicht zuletzt in der Zahnheilkunde: ein Wort, das sich fast überall zurecht findet. Facette bedeutet, dass es ein Teil des großen Ganzen ist, aber dahinter verbirgt sich auch, dass die Summe aller Teile ein noch größeres Ganzes sein mag.  Das große Ganze wiederum läßt sich nur über die Facetten erschließen, und wenn man genau hinschaut, spiegelt auch jede Facette das Ganze wider. Alles klar? Für mich ist das hochspannend und ich finde, es ist das Wort, das am besten zu mir passt. Glücklich bin ich über diese Wortpatenschaft. Wirklich glücklich.

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Berufsberatung vernünftiger Zeitgenossen

21 Februar 2009 · 2 Kommentare

Kaum macht man / frau sich ernsthaft Gedanken darüber, was man als Nächstes tun möchte (schließlich ist die Zeit der Berufe fürs Leben für die allermeisten Menschen vorbei), und kaum spricht man über Ideenpflänzchen, die da im Hirn sprießen, sind sie auch schon da, die wohlmeinenden Berufsberater mit ihren Rat-Schlägen. „Kannst du denn damit Geld verdienen?“, ist da zu hören. „Du darfst nicht zu viele Dinge wollen, dann verzettelst du dich!“, oder auch sehr gerne „Besinne dich auf deine Stärken!“. Mein liebster aber ist: „Mach, was du am besten kannst!“.

Also, ich zähle mal auf, was ich am besten kann:  zuhören, gehorchen (schon zu Hause gelernt), so tun, als sei ich pflichtbewusst, flexibel, höflich, nett, brav und unauffällig sein (Sei wie das Veilchen im Moose…), mich an die Umwelt anpassen, mich schön ruhig verhalten, auch gerne das Gegenteil: rebellieren, abhauen, Brücken abreißen, aber auch Sprachen lernen, mich vollkommen in eine andere Kultur einpassen, anderen Menschen die Bedürfnisse von den Lippen ablesen (auch schon zu Hause gelernt), dafür sorgen, dass die Menschen Essen und Trinken bekommen, meine Wohnung aufräumen, beim Kochen gleichzeitig die Küche aufräumen, ohne sämtliches Geschirr auszubreiten, ein Essen zaubern, auch wenn „nichts“ mehr im Kühlschrank ist, geduldig Software ausprobieren, bis ich es morgens um vier irgendwann endlich hingefriemelt habe, dabei allerdings Essen, Trinken und Schlafen vergessen habe, ich kann schnell tippen, ohne das Zehnfingersystem gelernt zu haben… Das sind nur mal einige der Dinge, die ich gut kann. Na, haben Sie jetzt auch Tipps und Rat-Schläge, welche Berufe ich daraus machen kann? Vielleicht sogar dazu eine Prognose, wie glücklich mich das machen wird? Ich sage gleich, dass ich nur an einer einzigen der aufgezählten Sachen wirklich Spaß habe – im Ernst! – obwohl ich das alles ja hervorragend kann.

Vielleicht entsteht mit diesen Tipps und Rat-Schlägen eine andere Biografie für einen späteren Roman. Meine soll es allerdings nicht werden.

Ich habe nämlich vor, die gut gemeinten Rat-Schläge vernünftiger Zeitgenossen freundlich zur Kenntnis zu nehmen, sie respektvoll dort abzulegen, wohin sie gehören und dann das zu tun, was mir gefällt.  Das ist nicht unbedingt das, was ich jetzt schon gut kann – aber gelernt habe ich immer gerne ;-)

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Stelters Berufsberatung

19 Februar 2009 · 2 Kommentare

Nicht eben im im Sinne von Barbara Sher, deren Werke ich im Moment verschlinge…
Wahrscheinlich kennen diesen Mann wieder alle um mich herum außer mir. Ich habe von ihm gestern ein paar Videos entdeckt. Ich bin kein Karnevalsfan und das Lied von den vergrippten Regenwürmern hat mich auch nicht überzeugt, aber hier ist ein Lied, das mir richtig gut gefallen hat. Ich muss den Text von genau 20 Jahren gehört haben, als ich zusammen mit meinen Landsleuten beim Universum den Fall der Mauer bestellte und mich dann d i r e k t nach meinem Lehrerstudium auf und davon in die Welt machte ;-) Bisher hab ich’s noch nicht bereut!

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Fragen, Aussagen, 42.

17 Februar 2009 · 5 Kommentare

Heute las ich in einem Heft über deutsche Grammatik „95 Prozent aller Sätze enthalten eine Aussage. Wir nennen sie Aussagesätze. Doch nicht in allen Sätzen wird etwas ausgesagt. In manchen Sätzen werden Fragen gestellt, manche Sätze erteilen Befehle, andere sind Ausrufe. (…) Aussagesätze sind deshalb bei weitem die häufisten, weil sie Tatsachen feststellen und Behauptungen aufstellen, und darum geht es beim Schreiben besonders oft.“  Hallo?????

Wenn 95 Prozent Tatsachen und Behauptungen sein sollen, und der Rest sich auf drei Sorten Sätze aufteilt, wieviel Fragen stellt man dann noch im Volk der Dichter und Denker und großen Philosophen??? War das schon immer so? Wer hat das herausgefunden und auf welcher Grundlage? Angenommen, die Zahlen stimmen (ich will das jetzt hier mal tun): Wie kommt es, dass so viele vermeintliche Tatsachen aufgeschreiben werden müssen und soviele (wahrscheinlich noch viel mehr) Behauptungen aufgestellt werden? Warum stellen die Menschen so wenig Fragen?  Inwiefern können wir von den Kindern und Philosophen lernen? Was bringt das Fragenstellen? Ich gebe eine Antwort, die für mich gültig ist. Fragenstellen hat mein Leben verändert. Seit einigen Jahren. Zuerst habe nicht ich die Fragen gestellt. Es waren meine besten Freunde. Sie haben mich gelehrt, wohin das führen kann. Dafür bin ich sehr dankbar.

Doch mir fällt noch ein anderer Aspekt ein. Wir haben doch bereits eine Antwort auf alle möglichen und unmöglichen Fragen: 42.  Dennoch sind wahrscheinlich die meisten Sätze von Douglas Adams Aussgesätze. Warum bloß?

P.S. Habe ich mir wirklich die richtigen Fragen gestellt? Schließlich werde ich in ein paar Tagen 42…

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eine pro mille

16 Februar 2009 · 2 Kommentare

Wie soll man bloß quantifizieren, was eine beste Freundin ausmacht? Darüber habe ich mir bisher noch kaum Gedanken gemacht, bis mir gestern am  Telefon so eine Mengenangabe entfuhr.
Wir rufen uns an, wenn wir uns freuen, wenn wir uns hilflos fühlen, wenn wir dringend ein Ohr brauchen, wenn uns  eine Laus über die Leber gelaufen ist,  wenn wir was absprechen wollen und auch so. Einfach so. Und das schönste Kompliment ist wohl: „Das ist so wohltuend, wenn jemand da ist, der einfach so zuhört und einfach nimmt, was da kommt, ohne zu bewerten und ohne gleich Ratschläge zu verteilen. Man / frau fühlt sich sofort besser, ohne dass die andere groß was getan hätte.“ Und genau das konnte ich so auch in die andere Richtung sagen. Das gibts auch nicht so sehr oft. Eine pro mille eben ;-) Und dafür bin ich dankbar. Sehr dankbar. Was ich noch alles schätze an der besten Freundin, kommt entweder in einen Artikel irgendwann oder einen Brief, der hier dann nicht zu lesen sein wird. Wie auch immer.

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