Hagebuttensenf

Beiträge vom November 2008

Ich bin dann mal weg…

27 November 2008 · Kommentar schreiben

…und bringe nächste Woche bestimmt auch ein Foto aus Stockholm mit. Vielleicht gibts auch schon Weihnachtsmarkt. Mein Liebster hat sich eine „abartige Schweinerei“ ohne Schwein aus Schweden bestellt. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp, was das sein könnte? Aber ich werde das live wohl auch herausfinden. In Stockholm jedenfalls scheint es wärmer als im Süden Deutschlands zu sein. Verkehrte Welt – aber mir soll’s recht sein. Weiße Pracht ist ja wunderhübsch, aber meistens auch ziemlich kalt. Und das für eine Frierkatze! Zur verkehrten Welt auch noch ein passendes Foto – und tschüß!

Die Welt steht Kopf....

Die Welt steht Kopf....

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Mutmacher 2

26 November 2008 · Kommentar schreiben

Gerade eben beschloss ich, da in meinem Kopf, in meinem Postfach und in meiner Umgebung sich die Hinweise auf mutmachende Gedanken, Ereignisse, Geschichten zu verdichten scheinen, eine eigene Kategorie daraus zu machen. Es wird doch sonst etwas unübersichtlich.

Hier ein Link, den mir heute per Mail zuflog. Eine Frau, die auf eine sehr persönliche Art über ein ungewöhnliches Eigenexperiment schreibt – sie lebt seit mehr als zehn Jahren ohne Geld. Das finde ich noch nicht einmal das Beeindruckendste daran, zur Zeit für mich auch nicht unbedingt erstrebenswert, aber unglaublich aufschlussreich und anregend war für mich ihr inneres Erleben so mancher schwierigen Situation. Da sind sicherlich mehr als eine Mutmachgeschichte und viele Anregungen, mit einer Krise umzugehen, dabei.

Kategorien: Mutmacher
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Nimrouz und sein Personal (Geschichte, Teil 2)

25 November 2008 · 4 Kommentare

Die Fälle, in denen Autorität gefragt war, gab es in der Folgezeit sehr oft. Sorgen wegen der gestrengen Erziehung des Katers braucht sich allerdings niemand zu machen. Zumindest ich bemerkte gar nicht, dass Autorität gefragt war – ich hatte aus einem natürlichen Instinkt heraus von Anfang die wahren hierarchischen Verhältnisse erspürt.

Vielmehr war ich sehr damit beschäftigt, jeden Abend, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, die Veränderungen, die Nimel an unserer Wohnung vorgenommen hatte, ungeschehen bzw. in den Fällen, in denen dies nicht möglich war, so unbemerkbar wie möglich zu machen. Meistens vergeblich. Mein damaliger Freund nämlich hatte eine Eigenart, die den Aktivitäten und Vorstellungen des Katers nicht ganz entsprach: er hasste es, wenn sich in der Wohnung etwas veränderte und diverse Kleinteile in der Wohnung herumlagen. Das bedeutete: Wenn ich nach Hause kam und etwa 12.344 Bruchstücke einer Vase auf dem Boden fand, beförderte ich, so schnell ich konnte, diese Bruchstücke vom Boden in den Mülleimer, um dem Kater großen Ärger zu ersparen. Was war schon eine Vase im Vergleich zum Wohlergehen eines lebendigen Wesens? Fast schon voraussehen konnte ich, dass wieder einmal der Ficus benajmini (Benny) auf der Erde liegen würde. Dann mussten eben fix die Erdkrumen weg und der Topf wieder senkrecht – und zwar an der gleichen Stelle – stehen. Nimel war eben ein Straßenkater und an Erde gewöhnt. Er liebte es, das Katzenklo zu ignorieren und für sein Geschäft eine wie auch immer geartete Erde zu suchen. Sehr viel hatten wir nicht davon in der Wohnung. Also war es meist der Benny. Heute mutet es mir seltsam an, dass wir nie auf die Idee kamen, das Katzenklo mit Blumenerde zu füllen… Doch dass er das Klo ignorierte, wie auch seinen Schlafkarton, hatte noch eine andere Ursache. Beide standen jeden Tag an einem anderen Platz wegen der täglichen Putzaktionen. Auch Katzen schätzen es, wenn ihre Sachen einen festen Platz bekommen. Das hätten wir mir ein wenig mehr Einfühlungsvermögen herausfinden können: Schließlich ist es auch für uns keine übermäßig reizvolle Vorstellung, würde die Putzfrau Bett und Klo jeden Abend an einem anderen Ort verstecken…

Niemand kann behaupten, Nimel hätte uns nicht mitgeteilt, dass er mit seinem Personal nicht zufrieden war. Weder war er mit den ständigen Verschiebungen seines Schlafkartons einverstanden noch mit den komischen Krümeln in seinem Klo. Auch fand er, dass die Aufmerksamkeit, die ihm seiner Meinung nach zustand, nicht ausreichte. Doch wir waren einfach mit der Grammatik und den Feinheiten seiner Sprache noch nicht vertraut genug. Nimel entschied sich, Klartext zu reden und sich Hilfe zu holen. Er beschwerte sich bei allen, derer er habhaft werden konnte. Gerne tat er dies bei den Menschen im Bäckerladen gegenüber, und zwar auf zweierlei Art und Weise: An normalen Tagen schob er die Gardinen beiseite, setzte sich auf die Fensterbank und und starrte mit einem Blick, der Mitleid erregte, die Passanten und die Bäckerin an. Reagierte niemand, sprang er hoch in die Gardinen und schaukelte wild hin und her. Hin und wieder versuchte die Bäckerin vergeblich, seine Botschaften zu entschlüsseln, unterrichtete uns jedoch von seinen Bemühungen.

Wir hatten immer noch nicht verstanden. Nimel wurde noch deutlicher. Nach und nach fielen alle schönen und weniger schönen, zerbrechlichen Stücke seinen Tobsuchtsanfällen zum Opfer. Sobald ich das Telefon in die Hand nahm, kam er herangesaust und hängte sich an meinen Arm. Hörte ich nicht sofort auf, um mich um ihn zu kümmern, kratzte er und biss, natürlich umso heftiger, je länger ich telefonierte. Zum Schluss brauchte ich nur noch ans Telefonieren zu denken, schon hatte er eine Gegenmaßnahme parat.

Eines Tages gelang mir die Entschlüsselung. Er wollte nach draußen, ich war mir sicher. Voller Stolz auf mein Kommunikationstalent und im Bewusstsein, ihn vor dem schlimmen Schicksal des ewigen Eingesperrtseins zu retten, ging ich in die Tierhandlung. Jeder Hund darf an der Leine nach draußen, also warum nicht unser Kater? Ich kaufte eine Leine und ein Harnisch (ein Halsband schien mir für einen Kater zu grausam). Zu Hause packte ich aus, legte sofort beides an und zerrte ihn nach draußen. Ich wollte mit ihm in den Park, der etwa 200 Meter entfernt von unserer Wohnung lag. Er fauchte und knurrte – ich war fassungslos. „Nimrouz!“, sagte ich vorwurfsvoll und appellierte an seine katerliche Vernunft: „Jetzt ist aber genug! Du wolltest nach draußen, jetzt komm auch!!!“. Selbstverständlich ignorierte Nimrouz meine natürliche Autorität, fauchte und knurrte weiter, bis ich ihn angeleint auf die Straße trug. Es dauerte eine Ewigkeit, bis wir an der ersten Kastanie ankamen. Er sträubte sich mit all seiner Kraft. Dann sah er die Erde: Er schnupperte am Baumstamm, ging rundherum (die Leine!!!), schnupperte an der Erde und fing schließlich an zu kratzen. Erster Erfolg! Immerhin. Im Park allerdings waren wir noch nicht. Die ganze Prozedur zog sich wohl über zwei, drei Stunden hin. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass sich Katzen auch solcherlei Veränderung nur sehr zögerlich öffnen? Sie schätzen es, wenn ihr Personal sie langsam, über sechs bis acht Wochen hinweg mit neuen Gerätschaften wie Halsband und Leine vertraut macht. Sie wollen täglich daran schnuppern und damit spielen dürfen, um dann nach und nach zuzustimmen…
In den Wochen darauf spielten wir täglich das gleiche Spiel: Fauchen und Knurren beim Anleinen, Raustragen, die Leine um die Kastanie wickeln, an der Kastanie pinkeln, im Park spazieren gehen, Entenanfauchen und Anknurren im Park, Fauchen und Knurren beim Reintragen.

Ich verstand die Welt nicht mehr und fragte mich, ob ich wirklich alles so gut übersetzt hatte. Aber so ist das manchmal. Mitteilungen des Chefs an das Personal sind nicht immer so eindeutig, wie man vermutet. Hauptsächlich, wenn die Rollen nicht abschließend geklärt sind, wird es zunehmend kompliziert.

Fortsetzung folgt.

Teil 2 der Geschichte haben u.a. inspiriert: Nimrouz, Schmitz’ Katze, modrow und Metzeral Cristaline.

Kategorien: Geschichten um Nimrouz · Katze
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Tritte

24 November 2008 · Kommentar schreiben

Aus dem „Lexikon der beschreibungswürdigen Wunder, Phänomene und Ereignisse des irdischen Daseins“ von nimrouz, frei nach Professor Dr. Abdul Nachtigaller: 1. Tritte, die: spontane, geplante, absichtliche oder unabsichtliche Energieübertragungen physischer oder psychischer Natur externer Provenienz. Oft, jedoch nicht ausschließlich von wohlmeinenden Zeitgenossen der Außenwelt (-> Außenwelt, die) ausgehend, sollen oder können sie ein Erwachen aus einem Zustand ähnlich der saloppen Katatonie (-> saloppe Katatonie, die. Siehe auch „Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung“ von Professor Dr. Abdul Nachtigaller), Verhaltensänderungen bis hin zu einschneidenden Veränderungen des Daseins, aber auch das Gegenteil, wie beispielsweise den berüchtigten Gesa’schen Gießkannenwurf (-> Gesa’scher Gießkannenwurf, siehe auch -> Abwehr, die) bewirken und sind damit den nicht eindeutig kausativen Handlungen zuzuordnen. Es gibt Hahnentritte, Gleichtritte, echte Tritte, letztere meist im hinteren Bereich des Körpers (aua!) und virtuelle Tritte. 2. Außerdem bezeichnet man als Tritte einer kleinen Treppe ähnliche, transportable Gestelle mit zwei oder drei Stufen. Ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen den verschiedenen Bedeutungen läßt sich nicht ohne gutes Gewissen leugnen und es darf wohl bemerkt sein, dass kein menschliches Wesen völlig ohne Tritte auskommen kann, sei es, um das Fenster zu öffnen, dessen Griff ohne selbige nicht erreichbar ist, sei es, um die nötige Energieladung für eine mehr oder weniger folgerichtige Handlung zu empfangen.

Liebe Nina, es war mir nicht bewusst – aber im Nachhinein eine unerhörte Freude :-)

Kategorien: Lexikon · Mutmacher
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Mutmacher

24 November 2008 · Kommentar schreiben

Draußen geht die Welt unter, wenn man den Medien und den Gesichtern vieler Menschen Glauben schenkt. Weil Krise ist. Nichts wird mehr so sein wie zuvor, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Stornierungen, Pleiten, für 2009 erwarten wir schlechte Nachrichten, die Arbeitslosigkeit steigt, Unternehmen machen pleite und alle sorgen wir uns um unsere Schäfchen. Das alles, weil jetzt Krise ist. Krise ist gleich Weltuntergang, so könnte man meinen. Muss man aber nicht, sage ich. Mal ehrlich – jeder von uns (und ich spreche jetzt mal direkt meine derzeit noch recht recht wenigen Leser an) hat schon Krisen erlebt. Einige schlimme. Einige existenzbedrohende. Und hat sie bewältigt. Wenn ich mir überlege, was ich als wirkliche Krise in meinem Leben einstufen könnte, so komme ich auf die stattliche Zahl von sieben. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich zwei oder drei vergessen habe oder im Nachhinein nicht mehr als solche bewerte. Davon waren vier existenziell. Eine davon liegt noch gar nicht so lange zurück, grad ein paar Monate. Ich lebe immer noch, mir geht es gut, ich wage sogar zu sagen besser denn je und ich habe meine Lehren daraus gezogen. Nicht alle davon habe ich allein verantwortet, aber zu allen habe ich zumindest einen winzigen Teil beigetragen, auch wenn es sich um große äußere Veränderungen handelte. Und immer hatten diese Krisen einen Sinn und trugen eine Chance in sich. Wie geht es Euch damit? Im Moment? Heide Liebmann hat in ihrem Blog eine schöne Initiative gestartet, die Mutmacher-Blogparade. Sie ruft auf, Geschichten zum Mutmachen zu teilen (und dabei sogar was zu gewinnen). Dies ist noch keine eigene Geschichte, aber wir haben am Samstag Abend einen wunderbaren Mutmachfilm gesehen, und zwar „Seabiscuit„. Zugegeben, ein sehr amerikanischer Film. Aber wenn man diesen Aspekt auch wie ich nicht so mag, geht es bei diesem Film doch, davon zu abstrahieren und die Essenz der (wahren) Geschichte mitzunehmen. Und die lautet für mich: Es gibt immer eine Chance, auch wenn es auf den ersten Blick ganz anders aussieht. Mit Dranbleiben und etwas Glück gibts einen Weg raus. Ich krame in den nächsten Tagen mal eine persönliche Geschichte raus. Aber das braucht ein bisschen Zeit. Platte Sätze aus der Nähmaschine sind meine Sache nicht. Doch bei Heide Liebmann geht es eh erst am 30. November los. Meine Mama singt zwar seit den 50er Jahren immer: „Am 30. Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang, wir leben nicht mehr lang….“ tralala. Aber das ist nun auch schon 50 Jahre her und auch meine Mama lebt immer noch (die auch ein paar sehr heftige Krisen recht gut überstanden hat) :-) In diesem Sinne freue auch ich mich auf die Beiträge wider den Weltuntergang!

Kategorien: Mutmacher
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Kein Kater, aber Katzenjammer…

23 November 2008 · Kommentar schreiben

Nein, es war kein Kater, der den Kopfschmerz verursacht hatte. Es war schlicht eine Samstag-Abend-Blitzgrippe mit Katzenjammer. So kam es, dass ich am Sonntag dann mit Fieber fast den ganzen Tag im Bett lag und erst gegen Abend etwas aufgewacht bin. Die Geburtstagsfeier meines Liebsten musste ohne mich stattfinden. Das Gute daran war – so ist mir bewußt geworden, wen ich da alles ins Herz geschlossen habe von der illustren Runde, und offenbar auch umgekehrt. Auch eine gute Erkenntnis, die ich vielleicht anders nicht ganz so schnell gewonnen hätte. Außerdem weiß ich nach einigen Stunden im Netz ein wenig mehr über Blogs, und das schadet ganz bestimmt auch nicht. Der zweite Teil von Nimrouz’ Geschichte muss allerdings noch warten.

Kategorien: Katze

Kater

22 November 2008 · Kommentar schreiben

Schon den ganzen Tag Kopfschmerzen. Kann man vom Schreiben über einen Kater einen Kater bekommen? Vielleicht sollte ich mal auf der Straße nachsehen, ob es nicht wieder ein paar herzlose Menschen gab. Aber dazu kam ich bisher nicht. Zu sehr hielten mich die letzten Leben des Käpt’n Blaubär in Schach. Die Luxusversion – das Hörbuch, gelesen von Dirk Bach. Ich kann mir im Moment nichts Gemütlicheres und Erstrebenswerteres vorstellen als eingewickelt in eine orange Fleecedecke, mit einer Kanne nach Zimt duftendem Tee, in ein überwältigendes Universum von fremdartigen Wesen einzutauchen und ihren Abenteuern zu folgen. Leider breitet Blaubär über die restlichen 13 1/2 Leben den Mantel des Schweigens, wie er sagt. Es hilft nichts. Irgendwann hört die beste Geschichte wieder auf und es heißt, sich aus der Decke zu schälen. Also ab nach draußen.

Kategorien: Katze